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Presence Paper · Zugriff unter Druck · kostenfrei

Der Zugriff

Du bist vorbereitet, du kennst die Sache — und trotzdem bleibt im Meeting ein Teil von dem liegen, was du kannst. Dieses kostenfreie Arbeitspapier von Katharina Naumann (New Era of Presence, Hannover) erklärt die drei Blockaden Körper, Kopf und Vertrauen und gibt für jede ein Werkzeug. Zehn Seiten, vier Übungen.

Zwischen dem, was du kannst, und dem, was im Moment ankommt, liegt eine Lücke. Sie sagt nichts über dein Können — sie sagt etwas über deinen Zugriff darauf. Und der lässt sich trainieren.

SehenDu erkennst, an welcher Stelle dein Zugriff abreißt
LösenDu bekommst für jede der drei Blockaden ein Werkzeug
AbrufenDu übst den Moment, bevor er stattfindet
Du kannst mehr, als du unter Druck manchmal abrufst.
Die Lage

Vorbereitet sein und Zugriff haben sind zwei verschiedene Dinge

Der Inhalt steht, die Argumente sitzen — das lässt sich am Schreibtisch herstellen, und die meisten tun genau das. Im Moment darauf zugreifen zu können entsteht nicht am Schreibtisch, sondern im Training.

275Unterbrechungen an einem ArbeitstagIm Schnitt alle zwei Minuten ein Reiz.
122 %mehr Folienarbeit kurz vor dem TerminIn den letzten zehn Minuten davor — genau der Zeit, die dem Zustand gehören sollte.
48 %erleben ihre Arbeit als zerstückeltFast jede zweite Person beschreibt den eigenen Tag als chaotisch.
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Zum Nachdenken

Denk an deinen letzten wichtigen Auftritt. Nicht an das Ergebnis — an die zehn Minuten davor. Was hast du in dieser Zeit getan? Und was hätte dir in diesen zehn Minuten mehr geholfen?

Das Modell

Drei Engstellen auf dem Weg in den Moment

Die drei Blockaden wirken hintereinander. Deshalb lohnt es sich, zuerst die vorderste zu lösen: Ein ruhiger Körper macht den Kopf leiser, ein ruhiger Kopf macht das Selbstbild stabiler.

01KörperNervositätHerzschlag, flacher Atem, hohe Stimme, kalte Hände. Der Körper ist schneller als jeder Gedanke — und er reagiert, bevor du entschieden hast.Vier ein, sechs aus: sechs Durchgänge, rund sechzig Sekunden. Der Ausatem ist der einzige Teil dieser Kette, den du bewusst steuerst.
02KopfGedankenBewerten, vorwegnehmen, sich selbst beim Sprechen zuhören. Aufmerksamkeit, die nach innen geht, fehlt draußen im Raum.Der Außenauftrag: Wer im Raum ist noch nicht überzeugt? Wer nickt zu früh? Deine Aufmerksamkeit bekommt ein Ziel außerhalb von dir.
03VertrauenSelbstbildDer leise Satz im Hintergrund: Das kann ich nicht gut genug. Er entscheidet mit, wie viel du überhaupt versuchst — und weil er wie eine Tatsache klingt, wird er selten überprüft.Die Belegliste: zehn Situationen mit Datum und Handlung, ohne Bewertung. Ein Selbstbild ändert sich nicht durch Zureden, sondern durch eigene Belege.

Was du glaubst und was du belegen kannst

Was du glaubst

Ich rede zu lang. Ich bin nicht schlagfertig. Ich kann keine großen Räume.

Meist ein alter Satz, oft von jemand anderem.
Was du belegen kannst

Situationen, in denen es gelungen ist. Namen, Daten, Sätze, die gewirkt haben.

Nachprüfbar, deshalb tragfähig.
Die Vorbereitung

Der Moment ist dann kein erstes Mal mehr

Sportlerinnen und Musiker machen das seit Jahrzehnten: Sie gehen den Ablauf vorher im Kopf durch — in Echtzeit, aus der eigenen Perspektive, mit allen Sinnen. Mentales Probehandeln ersetzt keine inhaltliche Vorbereitung, es sorgt dafür, dass du im Moment auf etwas Bekanntes triffst.

01Das BildRaum, Licht, wo du stehst, wer sitzt wo. So genau wie möglich.
02Der AblaufDie ersten drei Minuten in Echtzeit durchgehen. Nicht zusammenfassen — durchgehen.
03Der erste SatzLaut sprechen, Wort für Wort, dreimal.
Der Check vor dem nächsten Termin
  • Sechzig Sekunden Vier-Sechs-Atmung
  • Ein Beobachtungsauftrag steht fest
  • Die Belegliste einmal gelesen
  • Erster Satz dreimal laut gesprochen
Was Menschen fragen, bevor sie damit anfangen

Fragen zum Zugriff unter Druck

Auch wenn du das Paper nie lädst.

Weil zwischen deinem Können und dem Moment drei Engstellen liegen: Körper, Kopf und Vertrauen. Jede verengt den Strom ein Stück. Die Lücke sagt nichts über dein Können — sie sagt etwas über deinen Zugriff darauf. Und der lässt sich trainieren, anders als Talent.

Die vorderste. Die drei wirken hintereinander: Ein ruhiger Körper macht den Kopf leiser, ein ruhiger Kopf macht das Selbstbild stabiler. Wer beim Selbstbild anfängt, während der Atem flach bleibt, arbeitet gegen die eigene Reihenfolge.

Vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen — sechs Durchgänge, das sind rund sechzig Sekunden. Der Ausatem ist länger als der Einatem, daran hängt der Effekt. Danach einen Satz laut sprechen: Du hörst, wo die Stimme jetzt sitzt. Anspannung ist kein Fehler, sie stellt Energie bereit — sie darf nur nicht ungebremst hochlaufen.

Diesen Kanal schaltest du nicht ab. Du gibst der Aufmerksamkeit stattdessen eine Aufgabe draußen: Wer im Raum ist noch nicht überzeugt? Wer nickt zu früh? Während du sprichst, sammelst du dafür Hinweise. Dann ist der innere Kanal leiser, ohne dass du gegen ihn ankämpfst.

Er bewertet, nimmt vorweg und beobachtet. Das war schwach. Gleich kommt die kritische Frage. Wie wirke ich gerade? Er kostet genau die Aufmerksamkeit, die du draußen bräuchtest — bei den Menschen, mit denen du sprichst. Der Blick geht nach innen, der Raum wird unscharf.

Nicht durch Zureden, sondern durch Belege, die du selbst gesammelt hast. Schreib zehn Situationen auf, in denen du gewirkt hast — keine Bewertungen, nur Situation, Datum und was du getan hast. Zu jeder ein Wort für die Stärke: ruhig, klar, schnell, warm. Vor dem nächsten Termin einmal lesen. Nicht aufsagen, lesen.

Weil er nicht sagt ich habe Angst, sondern ich bin darin eben nicht gut. Er klingt wie eine Tatsache und wird deshalb selten überprüft. Meist ist es ein alter Satz, oft von jemand anderem — und er entscheidet mit, wie viel du überhaupt versuchst.

Sportlerinnen und Musiker machen das seit Jahrzehnten. Geh drei Dinge durch: das Bild — Raum, Licht, wo du stehst, wer sitzt wo. Den Ablauf — die ersten drei Minuten in Echtzeit, nicht zusammengefasst. Und den ersten Satz, laut, Wort für Wort, dreimal. Der Moment ist dann kein erstes Mal mehr.

Nein. Es sorgt dafür, dass du im Moment auf etwas Bekanntes triffst — und deshalb Zugriff behältst. Der Inhalt muss trotzdem stehen. Beides zusammen ist der Unterschied: vorbereitet sein lässt sich am Schreibtisch herstellen, Zugriff haben entsteht im Training.

Nicht das, was die meisten tun. Die Folienarbeit steigt in diesen zehn Minuten um 122 Prozent — genau in der Zeit, die dem Zustand gehören sollte. Vier Punkte reichen: sechzig Sekunden Vier-Sechs-Atmung, ein Beobachtungsauftrag, die Belegliste einmal gelesen, der erste Satz dreimal laut.

Nein. Zehn Seiten als PDF, kostenfrei und ohne Opt-in — kein Newsletter, keine Anmeldung. Du lädst es direkt herunter.

Die Essenz

Nicht mehr können. Sondern im Moment mehr davon erreichen.

Die AutorinKatharina NaumannLeadership Coach und Medientrainerin bei New Era of Presence

Fünfzehn Jahre Nationalkader, Deutsche Meisterin im Sprint. Die Frage, wie man unter Druck Leistung bringt und dabei ruhig bleibt, hat Katharina zuerst auf der Bahn beantwortet — und danach übersetzt. Ihre Trainings kommen ohne Folien aus: Gelernt wird im Stehen, im Gespräch, in Bewegung.

Malena Gahr und Natalie Bertram hören zu, ordnen ein und sagen dir, was sie an deiner Stelle zuerst trainieren würden — auch wenn es nicht auf uns hinausläuft. Unter 0800 / 88 111 80 oder info@neop-consulting.de.